Interview mit Hamed Abdel Samad zum Thema Integration & Grundgesetz auf Arabisch

Der bekannte Schriftsteller und Politologe Hamed Abdel Samad wird zum Thema „das Grundgesetz in arabischer Sprache drucken“ befragt. Er meint, dass dies eine sinnvolle Aktion sein, es aber nur dann etwas nützt, wenn den Lesern (Zielgruppe: arabische Flüchtlinge) die einzelnen Artikel des Grundgesetzes auch erklärt werden. Es muss klargestellt werden, was z.B. die Gleichberechtigung von Mann und Frau im täglichen Leben wirklich bedeutet, nämlich, dass ein Vater seiner Tochter nicht verbieten kann am Schwimmunterricht teilzunehmen oder dass sie lieben und heiraten kann, wen Sie will, unabhängig von Religionen. Erst kommt die persönliche Freiheit und erst danach die religiöse Freiheit.

Auf die Frage, ob die Flüchtlinge sich auch wirklich integrieren wollen, antwortet Samad: „Die meisten denken nicht an Integration, sondern an erster Stelle an ein Leben in Sicherheit und eine gute Versorgung. Wenn man die Flüchtlinge sich dann selbst überlässt, findet natürlich keine Integration statt. Dadurch entstehen Parallelgesellschaften. Wenn man Ihnen aber klar sagt, dass sie sich an westliche Werte halten oder sonst wieder gehen müssen, dann kann Integration auch funktionieren.“

Hamed Abdel Samad sagt, als er selber nach Deutschland imigrierte, hätte er gerne eine „Gebrauchsanweisung“ für die Kultur und das Leben in Deutschland gehabt, weil Deutschland kompliziert ist. Leider habe ihm damals niemand die Freiheit des Landes, und wie die Menschen ticken, erklärt.

Weiterhin sagt Samad, er war sehr überrascht, dass die Bundesregierung nicht schon viel früher auf die riesige Integrationswelle reagiert hätte. Er selber hat bereits vor fünf Jahren vor dieser Entwicklung gewarnt.

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